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Großer Aufholbedarf bei Hospizangebot für Kinder in Österreich

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Rund 1 000 Kinder und Jugendliche in Österreich pro Jahr leiden an einer unheilbaren, lebenslimitierenden Erkrankung. Auch Babys sind betroffen, die mit schweren angeborenen Behinderungen zur Welt kommen.

In einer Zeit die normalerweise von Träumen und Wünschen für die Zukunft geprägt ist, müssen sich die Eltern schwerstkranker Kinder mit Krankheit, Tod und Trauer auseinandersetzen. „Betroffene Familien sind konfrontiert mit Sorgen und Ängsten, aufwendiger Pflege des schwerstkranken Kindes, zu wenig Zeit für gesunde Geschwister, sowie soziale Kontakte und mit finanziellen Belastungen", sagte Martina Kronberger-Vollnhofer, Kinderhospizbeauftragte im Dachverband Hospiz Österreich und Leiterin des mobilen Kinderhospiz Momo.

Für lebensbedrohlich erkrankte Kinder ist es wichtig, dass sie so weit wie irgendwie möglich in den eigenen Familien betreut werden. Mobile Kinderhospizteams sorgen dafür, dass diese Kinder ihre ersten und letzten Lebenswochen zu Hause im Kreis ihrer Familie verbringen können.

Bei der Begleitung und Betreuung sterbender Menschen durch Hospizangebote, ist der Bedarf bei weitem nicht abgedeckt. Es gibt nur halb so viel Angebot wie nötig wäre. Noch schlechter schaut es bei Kindern aus, die von lebensbedrohlichen Erkrankungen betroffen sind. Für diese betroffenen 1 000 Kinder pro Jahr ist es unbedingt nötig, eine flächendeckende, leistbare und leicht erreichbare Versorgung zu ermöglichen. Es fehlt nach wie vor an der Regelfinanzierung von spezialisierten Kinderhospiz- und Palliativangeboten in Österreich. Notwendig wären in jeder Kinder- und Jugendabteilung in Österreichs Krankenhäusern zumindest ein pädiatrisches Palliativbett, derzeit gibt es davon nur drei in ganz Niederösterreich! Völlig vom öffentlichen Gesundheitswesen vernachlässigt wird auch die Versorgung der Kinder, die an seltenen Krankheiten leiden.

Anstatt starre Strukturen zu füttern, wo durch komplizierte und ineffiziente Verwaltung viel Geld den Bach hinuntergeht, wäre es unsere menschliche und gesellschaftliche Pflicht, diese Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und nicht gerade bei diesen zu sparen.