Rolle der Allgemeinmedizin

C Rolle der Allgemeinmedizin

C1 Speziell Hausärzte/Landärzte

            Zurück zum Gemeindearzt (neu)

            Hausarztmodell entwickeln und pilotieren

            Hausapothekensystem überarbeiten, Kooperation mit Apotheken

Der „Gemeindearzt“ soll mit einer neuen Leistungs- und Honorardefinition wiedereingeführt werden. Mit der Zielsetzung, dass in Gemeinden neben den Öffnungszeiten und der Visitentätigkeit wieder ein Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag in erweitertem Ausmaß für ein vielfältiges Spektrum an Aufgaben und Funktionen zur Verfügung steht. Diese zu bezahlende Tätigkeit ist freiwillig und an den Hauptwohnsitz in der Gemeinde gebunden. Für ein schlankes und effizientes Gesundheitssystem ist die Einbindung eines Hausarztmodells unerlässlich. So ein Modell muss für Niederösterreich entwickelt und pilotiert werden. Mit dem Fokus ausschließlich auf die betroffenen Patienten muss die Medikamentendistribution auf dem Land überdacht und überarbeitet werden. Das bestehende System ist unbefriedigend. Es müssen Lösungen gefunden werden, mit denen sowohl die Ärzte als auch die Apotheken leben können.

 


 

C2 Speziell Leistungs- und Honorarordnung Allgemeinmedizin

            Wochenenddienst Honorar x 3

            Leistungsposition „Mehrfachmedikation“

            Leistungsposition(en): PHC/Kommunikation im Sprengel

Das Pauschalhonorar für den Wochenenddienst ist in keiner Weise kostendeckend oder marktkonform. Wenn wir auch in Zukunft diese Leistung als Gesellschaft in Anspruch nehmen möchten, dann muss das Honorar auf eine vertretbare Größenordnung angehoben werden. Hierbei ist eine Verdreifachung als angemessen zu betrachten. Denn knapp acht Euro brutto/Stunde vor Betriebskosten, Steuern und Abgaben - und das nachts, an Wochenenden und an Feiertagen - sind unzumutbar. Als eine der wichtigsten neuen Leistungspositionen im Bereich der Hausärzte sei die schon beschriebene Position „Medikamentenmanagement“ erwähnt. Es ist nicht realistisch, wenn man von Ärzten und Apothekern erwartet, im bestehenden System quasi auf eigene Kosten und ohne Information von außen darauf zu achten, dass die Medikation eines Patienten nicht ins unermessliche steigt. Wir brauchen eine Verantwortlichkeit von Arzt und Apotheker, aber auch die Bezahlung beider Berufsgruppen für diese Dienstleistung, und zwar abseits der Gewinnspanne bei Medikamenten. Für die übergeordnete, bisher üblicherweise durchgeführte, aber nicht bezahlte Tätigkeit der Kommunikation bzw. Koordination im Sprengel muss eine Leistungsposition entwickelt werden.

 

C3 Ausbildung

            Lehrpraxis finanzieren

            Mehr Allgemeinmediziner ausbilden

            Strengere Quoten beim Medizinstudium für EU-Ausländer und Ausländer

            bzw. anderes Regulativ

Die Ausbildung zum Allgemeinmediziner beginnt beim Studium, geht dann über die Ausbildung im Krankenhaus zur Lehrpraxis. Ein besonderes Problem zeichnet sich bereits ab. Es entscheiden sich durch die neue Ausbildungsordnung viel weniger Jungmediziner für die Allgemeinmedizin, als unsere Gesellschaft brauchen wird. Wir müssen daher auf allen Ebenen darauf achten, dass es genügend Nachwuchs gibt, der auch entsprechend ausgebildet wird. Und auch die Finanzierung dafür sicherstellen. Für studierende Ausländer (auch EU-Ausländer) braucht es daher Regulative. Möglich sind: Verpflichtendes soziales Jahr (für alle Medizinstudenten) in Österreich vor dem Studium, Studiengebühren oder Zulassung nur dann, wenn eine Zulassung im Heimatland bestünde (keine NC-Flüchtlinge mehr). Auf EU-Ebene ist darauf zu achten, dass IN JEDEM LAND so viele Studienplätze für Medizin existieren, wie Ärzte mittelfristig ausgebildet werden müssen. Die Lehrpraxis ist von Bund, Ländern und/oder den Krankenkassen zu finanzieren. Diese Finanzierung ist von Gemeininteresse. Eine Gemeinde bzw. etwa ein einzelner Arzt zieht keinen Vorteil aus einer Lehrpraxis, weil es die bestehende Rechtslage nicht zulässt, sich den Nachfolger oder den Kooperationspartner für einen Ort oder eine Ordination auszusuchen.