Presseaussendungen

Ungenügend für die Gesundheitspolitik

Patientenlandtag mit Gesundheitsministerin unzufrieden

St. Pölten (OTS) - Die Vorschläge der Gesundheitsministerin in Bezug auf Reformen sind besorgniserregend – von Taten gibt es ohnehin nichts zu berichten. Vom Gesundheitsministerium hört man wenig. Ab und zu wird ein generelles Rauchverbot thematisiert oder die Kastrationspflicht von Bauernhofkatzen.

"Von den wirklich wichtigen Gesundheitsthemen in unserem System ist wenig zu hören. Vielleicht ist das ja auch besser so, denn das, was man hört, ist ungenügend“, befindet die Allgemeinmedizinerin und Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Von Gimborn (BürgerLandtag). „Die in einem Zeitungsinterview vergangene Woche präsentierten Vorschläge sind besorgniserregend und zeigen, dass nichts zu Ende gedacht wurde.“

So empfindet Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser offenbar überhaupt keine Skrupel, die ständige Verknappung im System zu rechtfertigen. Einerseits gibt man Milliardenbeträge für unnötige und kontraproduktive Projekte wie ELGA aus, andererseits gibt man den Pflichtversicherten nicht das, worauf sie Anspruch haben.

Der Slogan „mehr Zeit für Patienten“ signalisiert, dass sinnvolle Maßnahmen gesetzt werden, damit wirklich mehr Zeit zur Verfügung steht. „Doch die Vorschläge sind kontraproduktiv und werden genau das Gegenteil erzeugen. Noch mehr Rationierungen und noch mehr Zeitmangel“, ist Dr. Von Gimborn überzeugt.

Versorgungszentren erhöhen die Kosten massiv, jedoch ohne medizinischen Mehrwert

MR Dr. Herbert Machacek, Abgeordneter im Landtag (BürgerLandtag) und ebenfalls Allgemeinmediziner, erläutert diese Befürchtungen anhand der aktuellen Diskussion über Primärversorgung: „Erste Projekte beweisen bereits, dass die Vorschläge in Sachen „neue Primärversorgung“ um mindestens 30 Prozent teurer sind als das derzeitige System, ohne dass zunächst einmal ein besseres medizinisches Angebot oder ein Mehr an Zeit für die Patienten entsteht“, so Dr. Machacek.

„Was wir brauchen, ist ein sinnvoll gestaltetes Leistungs- und Honorarsystem für alle Systemebenen und freie Gestaltungsmöglichkeit bei ärztlichen Kooperationsformen im Rahmen des Kassenvertrages“, ist die Forderung Machaceks. Wer auf hochsubventionierte Zentren setzt, der verschwendet nicht nur das Geld der Versicherten, sondern er bringt auch noch die bestehende Versorgung im niedergelassenen Bereich in größte Gefahr. Wie soll ein „normaler“ niedergelassener Allgemeinmediziner neben einem Zentrum arbeiten, wenn er nicht die gleichen Möglichkeiten hat, seine medizinische Arbeit zu erbringen?

Weiters ungeklärt ist die Finanzierung. Laut den Zielsteuerungsverträgen von 2013 soll längst eine Umlenkung der Zahlungsströme in Richtung Niederlassung erfolgen. Nur so können wir Leistungen in den schlanken, preiswerten niedergelassenen Bereich verlagern. Doch hier tut sich nichts.

Verein PatientenLandtag entwickelt eigene Vorschläge und greift Wünsche der Bevölkerung auf

Die aktuelle Gesundheitspolitik bekommt von den beiden Landtagsabgeordneten und Ärzten jedenfalls ein „ungenügend“. „Gute Ideen und Vorschläge gibt es massenhaft. Nun muss jedoch rasch ein Umdenken um 180 Grad erfolgen, sonst fährt das System komplett gegen die Wand“, sind Dr. Von Gimborn und Dr. Machacek überzeugt. Der neu gegründete Verein PatientenLandtag (www.patientenlandtag.at) entwickelt eigene Vorschläge und wird Wünsche der Bevölkerung in Bezug auf die medizinische Versorgung aufgreifen und in geeigneter Weise den betroffenen Entscheidungsträgern unterbreiten. "Noch wehren sich die Pflichtversicherten nicht gegen die immer stärker um sich greifende Rationierung auf allen Ebenen. Aber auch dieser Tag wird kommen", ist die Überzeugung der beiden Abgeordneten.

 

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160606_OTS0086/ungenuegend-fuer-die-gesundheitspolitik

Zurück

Einen Kommentar schreiben