Presseaussendungen

Wohnortnahe Versorgung verbessern – Ärztemangel beseitigen – Spitäler entlasten

Die ÖVP belügt sich selbst, wenn sie notwendige neue Gesetze für diese Zielsetzung rechtfertigt

LAbg Herbert Machacek

St. Pölten (OTS) - „Es ist unbestritten, dass wir die wohnortnahe Versorgung verbessern, den Ärztemangel beseitigen und die Spitäler entlasten müssen“, so die Allgemeinmedizinerin und Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Von Gimborn, MPH (BürgerLandtag). „Das alles wissen wir jedoch bereits seit vielen Jahren. Jahre, in denen mit der ÖVP als Regierungspartei nichts Konstruktives in diese Richtung geschehen ist, obwohl durch deren Gesundheitssprecher Dr. Rasinger immer wieder vollmundig eine Stärkung gerade der hausärztlichen Medizin gefordert wurde.“

„In den vergangenen Jahren gab es nur viel Rauch um „Zielsteuerungsverträge“, gleichnamige Kommissionen und unzählige Verhandlungsebenen, die genau nichts nach vorne gebracht haben. Währenddessen schaut man tatenlos zu, wie die wohnortnahe Medizin abgehalftert wird“, ärgert sich Dr. Von Gimborn weiter. „Und jüngster Höhepunkt ist die Art. 15a-Vereinbarung, mit der schleichend über die Hintertür die Abschaffung der niedergelassenen Medizin eingeläutet wird.“

Niedergelassene Ärzteschaft kann hochsubventionierte Mitbewerber nicht überleben

„Und wieder ist es der ÖVP-Gesundheitssprecher Dr. Rasinger, der diese Maßnahmen verteidigt“, erläutert MR Dr. Herbert Machacek, Allgemeinmediziner aus Mödling und Abgeordneter im Landtag (BürgerLandtag). „Dr. Rasinger brüstet sich damit, dass die ÖVP im Zuge der Verhandlungen über die Art. 15a-Vereinbarung erreicht hätte, dass „die Planungsvorgaben bestehende Gesamtverträge nicht verändern“ und dass „die ärztlichen Einzelverträge mit bestehenden Vertragspartnern der Sozialversicherung unberührt bleiben, auch hinsichtlich der Kündigungsbestimmungen“.

Dr. Machacek stellt klar: „Die niedergelassene Medizin, speziell die Allgemeinmedizin ist bereits schwer angeschlagen, da sie seit vielen Jahren trotz der Lippenbekenntnisse von Politikern ALLER Regierungsparteien genau von diesen Schritt für Schritt demontiert wird. Wenn nun hochsubventionierte Mitbewerber – bei denen Geld offenbar keine Rolle spielt - nach politischen Vorgaben strukturlos in die Landschaft gepflanzt werden, dann können die niedergelassenen Ärzte nicht überleben. Selbst wenn – wie Dr. Rasinger betont – das bestehende Vertragswerk natürlich nicht angetastet wird.“

Die wohnortnahe Versorgung auszubauen wäre ganz einfach

„Hätte die Regierung wirklich im Sinn, die wohnortnahe Versorgung auszubauen, dann ginge das ganz einfach, ohne die bestehenden Strukturen zu zerstören“, erläutert Dr. Machacek. „Man müsste lediglich die Leistungskataloge der niedergelassenen Ärzte in Bezug auf die ökonomischen und medizinischen Anforderungen anpassen und dafür sorgen, dass die finanzielle Gesamtverantwortung in eine Hand kommt. Was hier jedoch stattdessen geplant ist, wird den niedergelassenen Bereich zerstören. Und das ist fahrlässig.“

„Denn dann sind wir endgültig nicht mehr in der Lage, die Finanzierung zu stemmen“, so Dr. Von Gimborn. „Denn die niedergelassenen Ärzte bieten die mit Abstand preiswerteste Versorgung in unserem Gesundheitssystem an. Bereits ein Volksschüler kann ausrechnen, dass eine Verteuerung der Basisversorgung ohne Ausdehnung des Gesamtbudgets am Ende des Tages eine massive Leistungseinschränkung bringen muss. Und das kann nicht im Sinn der Bürger dieses Landes sein.“

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161201_OTS0214/die-konsequenzen-der-schliessung-der-unfallambulanz-moedling

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