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Schwerpunkt im Herbst: Psychische Erkrankungen - Mütter

Burnout - Mütter im Perfektionswahn

Mutter traurig

Mutter sein bedeutet, zugewandt sein, sich in die Seele eines Kindes einfühlen, es behüten – und im rechten Moment in der Lage sein, sich zu lösen und das Kind auch seine eigenen Wege gehen zu lassen. Und Mutter sein bedeutet, prägendes Vorbild zu sein.


Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts ergab: „Die soziale Einbindung des Kindes im Freundeskreis wird von der Bildung der Mutter beeinflusst, nicht der des Vaters.“ Und auch für den Schulerfolg gilt die Bildung der Mutter als entscheidender als die des Vaters. Allerdings steht das Leben mit Kindern häufig in Konkurrenz zur Berufswelt. 


Eine Mutter kann es der Gesellschaft sowieso nie ganz recht machen. Trifft sie die Entscheidung während der ersten Lebensjahre ihrer Kinder zu Hause zu bleiben, wird sie von manchen angeschaut, als widmete sie sich einem exotischen Hobby. Geht eine Mutter kurz nach der Geburt ihrer Kinder wieder arbeiten wird ihr unterstellt, sie macht Karriere zulasten der Kinder.


Der Spagat zwischen Beruf und Familie kann leicht zu einem Teufelskreis werden. Doch auch Hausfrauen, kann das Syndrom "Mama-Burn-out“ treffen. Mutter sein bedeutet 24-Stunden Rufbereitschaft. Gerade das erste Kind stellt alles auf den Kopf. Alles muss perfekt funktionieren. Hinzu kommen noch das Rollenbild der 'Super-Mom', das als beispielgebend gilt.


Die Burnout-Entwicklung verläuft von überhöhten Erwartungen über Enttäuschung bis hin zum Burnout. Der Ausgangspunkt für Burnout liegt also auch in besonders hohen Leistungsansprüchen. Wodurch werden die unterschiedlichen überhöhten Erwartungen der Frau suggeriert? Frauen fühlen sich für alles was Kinder und Familie betrifft, doppelt verantwortlich. 


Doch was bringt das Fass zu Überlaufen? Wie kommt es von der Erschöpfung zum endgültigen Burn-out? Wie kann sich eine Mutter vor dem "Ausbrennen" schützen?

 "Man muss auf die eigenen Bedürfnisse achten. So etwas lässt sich lernen. Wichtig ist den Partner zu involvieren, wenn man erste Anzeichen von Erschöpfung bemerkt", so Nina Petz (Eltern-Kids-Coach). Wichtig sei auch das Rollenbild, das von der Mutter übernommen wurde, kritisch zu beleuchten. Sie rät im Fall des Falles eine Beratungsstelle aufzusuchen oder temporäre Psychotherapie anzunehmen.

„Gute Mutter sein" - was bedeutet das?

Studien haben gezeigt, dass Kinder glücklich sind und sich gut entwickeln, wenn sie liebevolle, verlässliche Eltern haben – ob die Mutter arbeitet oder nicht, spielt für ihr Lebensglück eine eher geringe Rolle.Eine Mutter ist vermutlich genau richtig, wie sie ist. Dazu gehört, dass eine Mutter auch einmal ungerecht, vergesslich, schlecht gelaunt ist, dass sie ihre Kinder mit Gummibärchen besticht, den Haushalt vernachlässigt und mit den Türen knallt. „Eine gute Mutter ist keine, die sich für Kinder und Familie aufopfert. Sondern eine, die im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen und denen des Kindes lebt“, sagt Angelika Faas (Psychologin). 

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